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Neuerscheinungen

Bernd Mertens: Gönner, Feuerbach, Savigny – Über Deutungshoheit und Legendenbildung in der Rechtsgeschichte

Wer es im Urteil der Nachwelt in den juristischen Olymp geschafft hat, hat damit auch die zeitgenössische Kritik hinter sich gelassen. Das differenzierte Meinungsbild der Zeitgenossen wird ersetzt durch ein selektives Narrativ, das aus der Perspektive der »Leitjuristen« geschrieben wird und so im Nachhinein Geschichtsbilder schafft und tradiert. An den ungleichen Juristen Gönner, Feuerbach und Savigny, deren Lebenswege sich mehrfach kreuzten, kann man diese Mechanismen sehr gut nachverfolgen. Hierbei ging es um die großen Themen ihrer Zeit: die Reform des Strafrechts und des Strafprozesses, die Kodifikationsfrage und Rechtsvereinheitlichung im Zivilrecht, den Einfluss französischen Rechts in Deutschland, die Aufgabenverteilung zwischen Gesetzgebung und Rechtswissenschaft und allgemein den Widerstreit von Aufklärung und Romantik, Vernunftrecht und Historischer Rechtsschule. Zugleich beinhaltet diese Studie eine Art Gesetzgebungsgeschichte Bayerns in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, in denen die Grundlagen für den modernen partikularen Gesetzgebungsstaat gelegt wurden.

Einen Überblick über die Monographie finden Sie hier.

Sascha M. Giller: Private Rechtsbelehrungspflichten – Fremdkörper im teilweise europäisierten deutschen Vertragsrecht

Dass der Gesetzgeber eine Vertragspartei verpflichtet, die andere Vertragspartei über ihr zustehende Rechte oder Obliegenheiten aufzuklären, ist ein relativ neues Phänomen unserer Zivilrechtsordnung. Es verbreitet sich vorwiegend durch EU-Richtlinienvorgaben in weiten Bereichen des deutschen Vertragsrechts, insbesondere im Verbraucherschutzrecht. Mit der Arbeit wird erstmals der Versuch unternommen, eine systematische Zusammenschau der mittlerweile vorhandenen privaten Rechtsbelehrungspflichten vorzunehmen, deren Entwicklungsgang und die hierbei vom Gesetzgeber verfolgten Ziele zu klären. Dabei ist insbesondere der Frage nachzugehen, inwieweit die verstreuten Tatbestände und Rechtsfolgen solcher privater Rechtsbelehrungspflichten sich zu einem stringenten und sinnvollen System zusammenfügen. Der Autor kommt im Ergebnis zum Eindruck einer widersprüchlichen und inkonsequenten Gesetzgebung. Die Untersuchung wird durch das Aufzeigen von Reform- und Alternativvorschlägen komplettiert.

Der Überblick über die Dissertation steht als PDF zum Download zur Verfügung.

Florian Feilcke: Corporate Governance in der Genossenschaft – Bestandsaufnahme und Verbesserungspotential

Ein Überblick über die Dissertation steht als PDF zum Download zur Verfügung.

Ausgezeichnet mit dem Promotionspreis des Fachbereichs und dem Rödl-Promotionspreis.

Judith Solzbach: Formstrenge bei Testamenten im deutsch-US-amerikanischen Vergleich

Über die Universitätsbibliothek können Sie online auf die Dissertation zugreifen.

Timm Waldmann: Die Haftungslage bei einer Beschädigung der Leasingsache durch Dritte

Über die Universitätsbibliothek können Sie online auf die Dissertation zugreifen.

Katharina Wagner: Der Einfluss Europas auf das BGB

In jüngerer Vergangenheit unterliegen mehr und mehr auch zentrale Materien des Zivilrechts europäischem Einfluss. Viele Bereiche des BGB dienen daher mittlerweile der Umsetzung europäischer Richtlinien. Angesichts dieser Entwicklung widmet sich die Arbeit der Frage, inwieweit sich die Gesetzgebungstechnik des BGB hierdurch verändert hat. Hierzu werden das Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, das Verbrauchsgüterkaufrecht und das Recht der besonderen Vertriebsformen als Beispiele für europarechtlich beeinflusste Bereiche des BGB einer gesetzestechnischen Analyse unterzogen. Untersucht wird insbesondere, ob sich gesetzestechnische Auffälligkeiten zeigen und inwieweit diese tatsächlich auf den europäischen Vorgaben beruhen. Die Autorin legt dar, dass viele Problempunkte vermieden werden könnten und unterbreitet oftmals Verbesserungsvorschläge. Dabei begrüßt sie die Entscheidung des nationalen Gesetzgebers, die Umsetzung der europäischen Richtlinien im BGB selbst vorzunehmen.

Der Überblick über die Dissertation steht als PDF zum Download zur Verfügung.

Ausgezeichnet mit dem Fakultätsfrauenpreis.

Aline Kühne: Die Anerkennung ausländischer Gesellschaften im französischen und deutschen Rechtskreis

Die Anerkennung einer nach ausländischem Recht gegründeten Gesellschaft im Inland ist eine Problematik, die derzeit im Kontext der Niederlassungsfreiheit für aufsehenerregende Gerichtsurteile des EuGH sorgt und in den Mitgliedsstaaten (zumindest mittelbar) zu Umwälzungen im nationalen und internationalen Gesellschaftsrecht führt.

Dies nahm die Autorin zum Anlass, die Entwicklung der Sitztheorie im deutschen und französischen Rechtskreis aus rechtshistorischer Perspektive zu analysieren. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse bewertet sie aktuelle Rechtsentwicklungen in Deutschland, Frankreich und Belgien.

In den betrachteten Sitztheoriestaaten bestehe traditionell ein enger inhaltlicher Zusammenhang zwischen nationalem Sach- und Kollisionsrecht. Die Autorin resümiert, dass das deutsche MoMiG mit diesem historisch gewachsenen Prinzip bricht und daher unter der Gefahr eines »race to the bottom« rechtspolitisch verfehlt ist, zumal das Europarecht einen solchen Paradigmenwechsel nicht erzwingt.

Der Überblick über die Dissertation steht als PDF zum Download zur Verfügung.

Ausgezeichnet mit dem Promotionspreis des Fachbereichs und dem Rödl-Promotionspreis.